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25 März 2018

Warum es von Grund auf Falsch ist blindwütig auf Facebook einzuschlagen

Durch den Datenskandal rund um Cambridge Analytika - in dem sich ein völlig aus dem Ruder gelaufener größenwahnsinniger Psychologie Professor sich zum willfährigen Vollstrecker von Interessen finanzstarker Subjekte und Organisationen gegenüber dem Demokratischen souverän aufschwingt - geht ein wahrer Schitstorm von Seiten der Medien nieder. Die Vorwürfe reichen von simpler Fahrlässigkeit im Umgang mit den Daten der Nutzer bis hin zu Hochverrat. Dabei muss man sich zunächst mal vor Augen führen, das auch Facebook auch ein riesiger Newsaggregator ist. News Aggregatoren machen aber richtig Druck auf Zeitungen im Internet und andere elektronische Medien, weil wer einen Preiß für eine Story verlangt der wird einfach nicht weiter empfohlen. Wenn das ganze Angebot hinter einer Paywall verwindet, dann muss man teure Werbung schalten, und wenn es Teilweise frei zugänglich ist dann werden die News Aggregatoren ein Kostenfreies Gesamtangebot durch Kombination verschiedener Quellen erstellen. Diese Vorgehensweise funktioniert sogar gegen die mittlerweile verbreiteten Anti-Adblock-Walls hervorragend. Es ist augenscheinlich klar das man DIE Gelegenheit nutzt, um die verhasste Konkurrenz bestmöglich zu bekämpfen. Das Reicht bis zu Forderungen nach einer Verstaatlichung ... die natürlich ungeahnte Optionen zur Verbesserung der Situation der Copyrightmafia bringen würde.

Die Forderung nach Verstaatlichung wird damit begründet, das die Algorithmen von Suchmaschinen und Sozialen Netzwerken einen enormen Einfluss haben. Das Problem an der Idee: das kann nicht demokratisch diskutiert werden ... nicht mal in einer Partei wie der Piratenpartei mit einer ungleich höheren Sachkenntnis der Mitglieder zu der Materie als im Regierungsapparat und erst recht im Vergleich zum Bevölkerungsquerschnitt. 2012 hatte die Piratenpartei einen enormen Zulauf an Mitgliedern, Sympathisanten und potentiellen Wählern, war in Umfragen kurz davor dritt stärkste Kraft im Bund zu werden. Das Problem, die Diskussion und klassische Beschlussfassung lief durch den Basis demokratischen Anspruch der Partei völlig aus dem Ruder. 30 Sekunden Redezeit auf einem Parteitag sind offensichtlich nicht geeignet komplexe Probleme zu diskutieren. Ich habe damals versucht eine Diskussion über neue Formen von Beschlussfassung anzustoßen die sich an die unmanipulierte Meinungsbildung in sozialen Netzen anlehnen, in dem ich ein Modell einer Besuchsfassung durch Geburts und Todeskette vorgeschlagen habe.Das Problem: dafür braucht man sehr viel Mathematisches wissen, und das ist noch viel dünner gesät als Programmiererfahrung. Ich hätte es zwar wie Mark Zuckerberg oder Larry Page einfach machen können und das Modell quasi per digitaler Akklamation im Nachhinein Legitimieren lassen können, aber das entsprach nicht meinem demokratischen Vorstellungen.

Wie sieht es mit dem Vorwurf des Hochverrats aus, weil Facebook es ermöglicht hat das eine Ausländische Macht Einfluss auf Wahlen nehmen konnte? Das ist mit Verlaub auch Blödsinn. Es gibt zahllose Abkommen die den Menschen den Zugang zu Informationen aus anderen Ländern sichern. Das fängt mit den ITU Abkommen über die Benutzung der Kurzwelle an ... dem ältesten elektronischen Medium welches Weltweiten unzensierten Zugang zu Informationen geboten hat geht über den Zugang zu Radio, Fernsehen und sonstigen Medien der Mitgliedsstaaten der KSZE-Schussakte ... bis zu den Peeringabkommen im Internet. Durch das Internet ist es längst auch usus das Menschen politische Themen zu Wahlen diskutieren für die selbst nicht Wahlberechtigt sind. Insbesondere was die 5 ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat angeht finde ich so was sogar Legitim, weil die Regierungen dieser Länder so was wie eine höchste politische Instanz bilden. Die "Mein Atomknopf ist aber größer als deiner" Debatte hat in mir sogar die Idee entstehen lassen, das es legitim ist bei Vetomächten einen Stimmanteil für die sonstige Weltbevölkerung zu reservieren. Wenn ich als Bürger für mich in Anspruch nehme an ausländischen Wahlen argumentativ Teilzunehmen, ist es dann illegitim wenn eine Regierung eines Landes dies auch macht? Immerhin gibt es genug Leute, die nicht dazu in der Lage sind aber auch Vertreten werden sollen. Ich konnte zwar zum Beispiel mit einem Spottbeitrag über Romeys Eignung als Oberbefehlshaber im US Wahlkampf punkten - der Tweet wurde von einem internationalen TV Sender gecovert - aber gegen Edogan oder Putin kann ich nicht Argumentieren, weil ich weder Türkisch noch Russisch sprechen kann. Dabei zieht Edogan zur Zeit in gleicher Weisse an anderer Stelle Daten wie Cambridge Analytika ab, mit allerdings noch viel verheerenden Folgen für die Betroffenen.

Was ist denn jetzt das eigentliche Problem?


Die Grundkonzeption unserer Betriebssysteme stammt noch aus den 1960 Jahren. Damals waren die Programme noch viel kürzer, einfach weil die Rechner rund 10.000.000 mal weniger Speicherplatz hatten. Die Programme lagen im Quellcode vor, so das man sie - das nötige wissen um die Befehle mal vorausgesetzt - problemlos verstehen konnte. Aus dieser Zeit stammt die Definition der Zugriffsverwaltung, und hat sich seit der Zeit nicht mehr verändert. Man kann festlegen wem eine Datei gehört und zu welcher Gruppe von Nutzern eine Datei gehört. Dann kann man drei Funktionen einer Datei festlegen: (1) Lesen, (2) Schreiben und (3) Ausführbar (so fern man nicht ein Windows benutzt). Dieses drei Funktionen kann man für die Drei ebenen - Man selbst, die Gruppe der die Datei zugeordnet ist und den Rest der Welt festlegen. Wie wichtig so einer Definition ist kann man am fehlenden "Ausführen" Attribut im Windows erkennen. Lädt man eine Datei runter, wird sie auf der Festplatte abgelegt. Typischerweise mit Lesen und Schreiben für den Besitzer der Datei sowie je nach konfiguration Lesen für die Gruppe oder die ganze Welt. Unter David, Unix, Linux, und anderen verwandten Systemen muss man erst per Kommando der Datei die das Attibut Ausführbar geben, bevor man ein Programm kann. Bei Windows geht es sofort ... weswegen Windows ein ewiger Virenkulturboden ist.

Vor einem halben Jahrhundert konnte man sich problemlos der Funktion eines Programms vergewissern indem man es durchgelesen hat. Heute geht das nicht mehr, selbst wenn man den Quellcode bekommt. Weil 100.000.000 Zeichen zu lesen das ist schon richtig viel. selbst wenn es nur um so was seichtes wie einen Schuntroman geht. Aber immerhin könnte man sich auf die such nach einer Ursache machen, wenn einem Irgendwas komisch vorkommt. Aber viele Programme bekommt man nur als Kompilierte Version. Sei es weil es zum Geschäftsmodell gehört sei es weil irgendwer Zertifizierungen verlangt, wie zum Beispiel unser Staat um sich mit dem Personalausweis zu identifizieren. Diese Programme können alle Daten auf die ich lesenden Zugriff habe lesen und auch alle Daten auf die ich schreibenden Zugriff haben verändern. Besonders schmerzhaft wird das einem Bewusst, wenn man sich einer Erpresser Software eingefangen hat, die im Hintergrund alle Daten verschlüsselt und dann einen erheblichen Betrag für den Schlüssel verlangt. Oder aber man lädt sich eine Spionagesoftware runter die zum Beispiel Herr Erdogan im Moment verteilen lässt indem er sie Populären Windows Software Installern wie VLC und Win-Zip beifügen lässt. Diese Software analysiert alles an Daten, auf die der Betroffene Nutzer zugriff hat ... also auch zum Beispiel diejenigen welche auf den Rechnern der Fammilienangehörigen in der Heimnetzgruppe liegen. So kann ein Kind das Hausaufgaben macht z.B. unwillentlich seine Eltern ins Gefängnis bringen. Und genau das hat der Psycho von Cambridge Analytika gemacht ... eine App, die alles in Reichweite eingesammelt hat. Facebook hat als Cloud Betriebsystem die Probleme der Vorgänger geerbt.

Wie sieht nun die Lösung des Problems aus?


Unsere Betriebssystem müssen endlich der Tatsache Rechnung tragen, das wenn man ein Programm startet, man einen Anderen Menschen oder eine Organisation die Kontrolle des Computers übergibt. Bisher gibt es in den Computern nur eine Nutzer-ID und eine Gruppen-ID. Neu hinzukommen muss eine Anwendungs-ID welche das Programm beschreibt. Damit kann dann der Dateizugriff durch das Betriebs System dann dynamisch verwaltet werden. Beispiel: Sie haben eine Anwendung die möchte ein Bild laden. Dann muss die Anwendung angeben, ob sie nur Zugriff auf die Ausgewählte Datei haben will was dann zum Beispiel so aussehen könnten das der Fenster Hintergrund grünlich ist


Braucht ein Programm hingegen Zugriff auf den gesamten Ordner ... so würde das Auswahl Menue dann mit einem Gelben Hintergrund ausstatten


und würde das Programm auch Zugriff auf alle Unterordner haben wollen, so könnte man einen rötlichen Hintergrund wählen.


Auch andere Eingenschaften der Zugriffswünsche, zum Beispiel ob der Zugriff permanent oder temporär gebraucht wird sollte das Betriebssystem symbolisieren, z.B durch die Sättigung der Farben. wichtig ist dann noch die Frage, ob ein Programm das Netzwerk benutzt. Beispielsweise sollte alle Programme welche die entsprechenden API's nutzen wollen zwangsweise mit Fenstern mit roten Titeln gekennzeichnet sein, damit man Cloud Anwendungen problemlos ohne Analyse erkennen kann.


Erste Tendenzen in diese Richtung gibt es schon. So ist die Linux User ID bei Android die Application ID. Das Problem, der Zugriff auf die eigenen Daten des Nutzer kann nur Pauschal gewährt werden. Damit kann Android so nicht mehrere Nutzer verwalten, was bei einem Handy ok ist, bei einem Desktop PC oder Server aber nicht. Außerdem ist der Nutzer nicht root ... er kann also die Privaten Daten der App nicht in Augenschein nehmen. Das ist natürlich inakzeptabel und geht im Grunde auf das Gequengele der von Banken und Copyright Industrie zurück, mit denen Google ins Geschäft kommen will. Das geht so auch nicht, eine Anwendungs-ID von Null muss für Root stehen, und dem Nutzer zugriff auf alle Daten geben - auch damit er lokale Sicherheitskopien machen kann. Jedes Softwarepaket sollte eine Private Area erhalten, wo sie Einstellungen oder z.B. Caches ablegen kann. Unter Linux bietet sich dafür ein Ordner dessen Namen sich aus einem Punkt gefolgt vom Namen des Programmpaketes im Home Verzeichnis des Benutzers. Das ist schon heute bei guten Programmen so usus.

Eine solche Vorgehensweise setzt allerdings voraus das Dateienauswahlen nicht mehr aus verlinkten Bibliotheken erfolgen, sondern diese Bibliotheken einen Betriebssystemeinsprung auslösen welches ein höher berechtigtes Programm startet. Auch muss die Kommunikation mit dem X-Server ohne Netzwerk erfolgen sonst sind alle grafischen Programme Netzwerk Programme. Mit anderen worten: Alle Programme brauchen ein Review in der Größenordnung der Einführung von IPv6 ... und das dauert nun schon 20 Jahre. Es bedarf also eines Balkons für Unangepasste Software, z.B. dadurch das man jeden Dateizugriff abnicken muss ... was aber extrem Nervig wird weil viele Programm Bibliotheken an zig stellen nach diversen Steuerdateien suchen.








Wenn man keine Abos Verkaufen kann ... dann versucht man es eben

16 Dezember 2017

Kann die versammelte Journalie mal bitte das Wahlergebnis von 2017 respektieren.

Die Sondierung zu einer Koalition zwischen CDU CSU FDP und Grünen ist ja nun geplatzt. Die Grünen hätten in der letzten Legislatur nicht Kneifen sollen. Solche Gelegenheiten sind seltene Optionen die nicht so schnell wiederkommen.

Jetzt wird sondiert für eine Fortführung der Koalition aus CDU CSU und SPD verhandelt. Und in der Berichterstattung wird in dem Zusammenhang immer von "Großer Koalition" gesprochen. Als in der Mitte der 1960`ziger Jahre Kurt Georg Kiesinger die erste Schwarz Rote Koalition aushandelte wurde der Begriff Große Koalition geprägt. Ausschlaggebend für diese Namensgebung war, das die Regierung im Bundestag eine Verfassungsgebende Mehrheit hat. Und Ja, bisher waren alle Koalitionen von CDU CSU und SPD große Koalitionen. Aber genau das hat der Wähler jetzt ... was in Anbetracht der Erosion der Bürgerrechte als mehr als gerechtfertigt angesehen werden muss ... jetzt abgestellt.

Quelle: Bundeswahleiter

Da CDU CSU und SPD zusammen nur auf 53,5% haben, handelt es sich bei Schwarz - Rot in dieser Legislatur nur um eine ganz gewöhnliche Feld Wald Wiesen Koalition.

Schwarz/Rot ist keine Groko mehr!

Nebenbei bemerkt: Es wurde auch über eine Kenia Koalition - CDU CSU SPD und Grüne diskutiert. Wäre komisch, weil es eine Koalition wäre, die größer als nötig ist. Was eine echte Innovation wäre ist eine Koalition aus CDU SPD und Grüne ohne CSU. Das ständige verfassungswidrige "Obergrenze" gekrächze aus München hat in der Regierung nichts verloren. Das ist unwürdig. Mit 56,2% wäre das sogar eine Stabilere Regierung als das klassische Schwarz - Rot. Dazu müsste die CDU nur den Geist aus Wildbad Kreuth wiederbeleben, und die gegenwärtige politische Landschaft durch einen Defacktosplit der Union weiter auflockern.



Wenn die Union in eine Fortschrittlich Konservative Partei in Gestalt der CDU und in eine eher rückschrittliche und widersprüchliche in Gestalt der CSU dann würde das die Zahl der möglichen Koalitionen der Parteien aus er konsensfähigen Zone deutlich vergrößern. Und das ist wichtig, wenn man bedenkt, das 21,8% der Bevölkerung Parteien wählen, die als nicht Staats tragend einzustufen sind, und weitere 5% an Splitterparteien gehen. Bei den Linken ist das Problem die Nato Mitgliedschaft Deutschlands, und die ADF - die kann man guten Gewissens NSAfD nennen und man sollte sie als NSDAP Nachfolgeorganisation verbieten.

09 November 2017

Intersex in offizielle Papiere eintragen ist das eine, aber eigendlich muss man die Sprache deutlich erweitern.

Die deutsche Deklination beschreibt eine Abteilung von Regeln der Formenbildung innerhalb der gegenwärtigen deutsche Grammatik. Allgemein gesprochen bezeichnet der Begriff Deklination (als Gegenbegriff zu Konjugation) die Flexion der nominalen Wortarten gemäß den grammatischen Merkmalen

  1. Kasus (Fall): (Beispiele) Nominativ (Wer-Fall), Akkusativ (Wen-Fall), Genitiv (Wes[sen]-Fall), Dativ (Wem-Fall)
  2. Numerus (Zahl): (Beispiele) Singular (Einzahl) und Plural (Mehrzahl)
  3. Genus (Geschlecht): maskulin (männlich), feminin (weiblich), neutral (sächlich).

Und hier kommt das gestrige Urteil des Bundesverfassungsgericht über intersexuelle Menschen ins Spiel. Ein drittes Geschlecht im Geburtsregister ist ja einfach, aber wie soll man dann die Sätze bilden. Natürlich braucht man erst mal einen Begriff für das dritte Geschlecht. Am einfachsten ist das mit den Symbolen. im Unicode gibt es das passende Symbol ⚥ schon welches ♂ nämlich und ♀ weiblich ergänzt. Der Satz "Ich bin ein Mann" bzw "Ich bin eine Frau" braucht eine Analogon. "Ich bin ... Inter" wäre das Analogon wenn das dritte Geschlecht Inter heißen würde. Da "e" und "r" in der Deklination eine wesentliche Rolle spielen halte ich das für eine suboptimale Idee. Ich habe verschiedene Begriffe welche für Unklarheiten stechen ins Lateinische und Griechische übersetzen lassen und nach was wohlklingendes gesucht. Ich habe mich für diesen Vorschlag für "Oculor" als Derivat von Oculorum (Lateinisch verwischt) entschieden.

Symbol Bezeichnung Adjektiv Beispiele
Maskulin Mann männlich Mann sein ist cool.
Eine männliche Person zu sein ist einfach!
Feminin Frau weiblich Frau sein ist cool.
Eine weibliche Person zu sein ist einfach!
Intersex Oculor oculich Oculor sein ist jetzt auch cool
Eine oculiche Person zu sein wird jetzt hoffentlich auch einfach!

Schon der einfache Satz "Ich bin eine Frau" respektive "Ich bin ein Mann" zeigt ein Problem: Welches Geschlecht in der Deklination soll Oculor haben? Ein neues Wort - zum Beispiel für eine neue Technologie - bekommt gemäß Sprachkonvention ein männliches Geschlecht. Das ist aber genau das was laut Urteil eben nicht sein soll. Man könnte jetzt auf das Sächliche ausweichen, so wie beim Kind. "Der Mann sieht Fern, die Frau liest, das Kind hört Musik". Würde man das machen, dann würde man intersexuellen Menschen aber unterstellen, das Sie nicht erwachsen werden. Ist irgendwie auch nicht das Ware. Wenn man die Sprache komplett desexualisieren würde, dann müssten sich aber alle Leute umstellen. Das kann man als Unrealistisch vergessen. Also muss im Grunde genommen nicht nur das Geburtsregister geändert werden sondern das dritte Geschlecht durch alle Deklinationstabellen gezogen werden und sinnvoll klingende Erweiterungen gefunden werden. Los geht es mit dem Text über die Deklination aus der Wikipedia, wobei immer dann eine Erweiterung fällig ist wenn exakt zwischen männlich, weiblich und sächlich unterschieden wird. Sind Zwei der Klassen zusammengefasst, so soll die neue Klasse in diesem Versuch auch dem Verbund angehören, wobei es neben maskulin (männlich), feminin (weiblich) und neutral (sächlich) nun auch intersex (oculich) gibt:


Neue deutsche Deklination

Die deklinierbaren Wortarten, die Nomina im weitesten Sinne, lauten nach traditioneller Einteilung: Substantiv (Hauptwort), Adjektiv (Eigenschaftswort, Beiwort), Pronomen (Fürwort) (ein Pronomen / mehrere Pronomina oder Pronomen), Nomen numerale (Zahlnennwort) bzw. kurz Numerale (Zahlwort) (ein Numerale / mehrere Numeralia oder Numeralien) und Artikel (Geschlechtswort, Begleiter) (bzw. nach der Fünf-Wortarten-Lehre nur Substantiv, Adjektiv und Pronomen).

Diejenigen deklinierbaren Wortarten, die in einem Satz zu einem Substantiv gehören, stehen mit ihm in KNG-Kongruenz: sie folgen ihm im Kasus, Numerus und Genus nach. Die Deklination ist neben der Konjugation eine Form der Flexion, der Veränderbarkeit der Wörter oder Wortarten.

Die Deklination im Deutschen geschieht mithilfe von Endungen (Suffixen), die an Nomina angehängt werden (Haus, Haus-es, Haus-e, Häus-er, Häus-ern); bei einigen dieser Endungen muss der betonte Vokal bei gewissen deutschen Nomina umgelautet werden (Haus – Häuser, Vater – Väter). Je nach Beschaffenheit des Wortstamms können Endungen auch vollständig weggefallen sein (ein Fenster – viele Fenster), eventueller Umlaut ist dabei erhalten geblieben (der Boden – die Böden).

Durch Verschmelzungen mit dem Wortstamm in früheren Sprachepochen zerfiel die Flexion der Substantive in mehrere Klassen mit unterschiedlichen Endungen. Adjektive und Pronomina haben dagegen ihre eigenen Endungen.

Substantive

Starke, schwache und gemischte Deklinationen von Substantiven

In der Grammatiktradition nach Jacob Grimm wird zwischen starker, schwacher und gemischter Deklination von Substantiven unterschieden. Die Zuordnung der Substantive zu diesen Klassen erfolgt anhand der Endung im Genitiv Singular und im Nominativ Plural.

Genitiv Singular Nominativ Plural Klasse Beispiele
Maskulina, Oculina und Neutra (männliche, oculiche und sächliche Hauptwörter)
-(e)s
d.h. -s oder -es
[a]: kein -(e)n
oder [b]: -e, -er, -s oder keine Endung
oder [c]: -e, -er oder endungslos
stark Tag, Rat, Lehrer; Jahr, Rad
nach [a] und [b], nicht nach [c]: Akku
-(e)n -(e)n schwach Mensch, Prinz, Hase
Anmerkung: Hier gibt es keine Neutra
-(e)s -(e)n gemischt Staat; Auge
-(e)ns -(e)n nicht klassifiziert Buchstabe
Feminina (weibliche Hauptwörter)
- -(e)n [A]: schwach
oder [B]: gemischt
Frau
- [a]: kein -(e)n
oder [b]: -e, -er, -s oder keine Endung
oder [c]: -e, -er oder endungslos
stark Gans, Hand; Mutter *
nach [a] und [b], nicht nach [c]: Kamera; Mutti, Oma *

Anmerkungen:

  • * Die Klassifizierung erfolgt ungeachtet der Endung -s, die im Genitiv Singular auftreten kann, wie in Mutters Geburtstag[1] und Omas Klamottenkiste[2].
  • Maskulina und Neutra mit Genitiv Singular -s und Nominativ Plural -s (Beispiel: Akku) und Feminina mit Genitiv - und Plural -s (Beispiel: Kamera) gehören nach [a] (so bei Hentschel & Weydt, Roeckel) und [b] (so bei Pons: Die große Grammatik Deutsch) zu den starken Substantiven, nach [c] (so bei Pons: Zweifelsfrei Deutsch Grammatik und Pons: Perfektes Deutsch) sind sie nicht klassifiziert.
  • Feminina mit Genitiv Singular - und Nominativ Plural -(e)n gehören nach [A] (so bei Pons: Zweifelsfrei Deutsch Grammatik, Pons: Perfektes Deutsch und Pons: Die große Grammatik Deutsch) zu den schwachen Substantiven, nach [B] (so bei Hennings) zu den gemischten.

Diese Unterscheidung von starken, schwachen und gemischten Deklinationen von Substantiven ist jedoch nicht unumstritten, besonders bezüglich der Feminina.[3][4][5][6]

Starke Deklinationen werden in diesem Artikel mit „S“ für englisch strong = stark und schwache und gemischte mit „W“ für weak = schwach bezeichnet.

Grundsätze

Im Allgemeinen gelten folgende Grundsätze für die Deklination aller Substantive:

  • Feminina sind im Singular in der Regel unveränderlich. Ausgenommen sind Eigennamen, sowie die Wörter Mama, Mami, Mutti, Oma, Omi. Bei den letztgenannten Wörtern gibt es Genitive wie die Tasche der Mama als auch Mamas Tasche.[7]
  • Im Plural sind Nominativ, Genitiv und Akkusativ stets identisch: die Tage, der Tage, die Tage.
  • Bei Feminina und Neutra sind, in Singular und Plural, jeweils Nominativ und Akkusativ stets identisch.
  • Die Dativ-Singular-Endung -e in einigen Klassen wird heute kaum noch verwendet.
  • Es gibt folgende Endungen: -(e), -(e)n, -(e)r, -(e)s. Bei starken Substantiven ist der Dativ Plural und, bei Maskulina und Neutra, der Genitiv Singular am deutlichsten erkennbar.

Für Substantive, deren Wortstamm auf unbetontes -e, -el, -en, -er endet, gilt Folgendes:

  • Diese Substantive werden nie nach S2 dekliniert, haben also nie die Endung -er.
  • Alle angehängten Endungen verlieren ihr „e“, die Endungen sind also: -, -n, -s.

Durch die geringe Zahl an Endungen ist der Kasus eines Substantives häufig nur durch zusätzliche Artikel oder andere Attribute bestimmbar (zum Beispiel: der Sockel, dem Sockel, den Sockel, die Sockel).

Einige Wörter haben mehrere verschiedene Pluralformen, und bei einigen dieser Wörter sind die unterschiedlichen Pluralformen mit unterschiedlichen Bedeutungen verbunden.

  • Wort: Wörter sind Vokabeln aus einem Wörterbuch, Worte ist eine sorgfältige Aneinanderreihung von Einzelwörtern (er machte nicht viele Worte, die Worte des Dichters).
  • Bank: Bänke sind Sitzgelegenheiten, Banken sind Geldinstitute.

Zugehörigkeit und Übersicht

Ein Substantiv an sich gibt keine Auskunft über die Zugehörigkeit zu einer Beugungsklasse. Im Allgemeinen lässt sich jedoch feststellen, dass

  • Substantive auf unbetontes -e sowie die meisten Feminina meist nach W1/W2 dekliniert werden
  • Substantive auf unbetontes -en meist nach S5/S6 dekliniert werden
  • Substantive auf unbetontes -el, -er meist nach S5/S6 dekliniert werden, wenn sie maskulin/neutral sind, bzw. nach W2, wenn sie feminin sind
  • Feminina nur nach S3 oder W2 flektiert werden können (Ausnahmen: Mutter und Tochter nach S5)

Die Deklinationsklassen lassen sich zusammenfassen als

  • e-Klasse, der Plural endet auf -e, Umlaut bei S1/S3/S5, kein Umlaut bei S4/S6
  • er-Klasse, der Plural endet auf -er, immer mit Umlaut, Klasse S2
  • en-Klasse, der Plural endet auf -(e)n, ohne Umlaut, Klassen W1/W2
  • Mischklasse, W3 und W4
Kasus
e-Klasse
e-Klasse
ohne „e“
er-Klasse
en-Klasse
en-Klasse
ohne „e“
Tag (mask.) Sockel (mask.) Haus (neutr.) Mensch (mask.) Traube (fem.)
Nominativ Singular
der Tag der Sockel das Haus der Mensch die Traube
Akkusativ Singular
den Tag den Sockel das Haus den Menschen die Traube
Genitiv Singular
des Tages des Sockels des Hauses des Menschen der Traube
Dativ Singular
dem Tage dem Sockel dem Hause dem Menschen der Traube
Nominativ Plural
die Tage die Sockel die Häuser die Menschen die Trauben
Akkusativ Plural
die Tage die Sockel die Häuser die Menschen die Trauben
Genitiv Plural
der Tage der Sockel der Häuser der Menschen der Trauben
Dativ Plural
den Tagen den Sockeln den Häusern den Menschen den Trauben

Starke Deklination

  • Nominativ und Akkusativ sind stets identisch.
  • Der Genitiv Singular Maskulinum/Neutrum endet auf -(e)s.
  • Der Dativ Singular Maskulinum/Neutrum kann auf -e enden.
  • Im Plural tritt bei vielen Substantiven aller drei Geschlechter ein Umlaut auf (a > ä, aa > ä, au > äu, o > ö, u > ü). Umgelautete Doppelvokale werden gekürzt geschrieben (z. B. Saal – Säle). Substantive, die kein a, o, u als Stammvokal haben, können nicht umgelautet werden (z. B. Brett – Bretter; die Pluralendung -er steht immer mit Umlaut).

Starke Deklinationsklassen beruhen, historisch betrachtet, auf den urgermanischen Klassen mit stammbildendem Themavokal. Es wurde unterschieden zwischen a-, i-, o- und u-Stämmen. Zu den o-Stämmen gehörten nur Feminina, zu den a-Stämmen nur Maskulina und Neutra. Seit mittelhochdeutscher Zeit werden alle ehemaligen u-Stämme wie Substantive aus irgendeiner anderen Klasse behandelt.

Da alle auslautenden Vokale im Mittelhochdeutschen zu schwachem e abgeschwächt wurden, gibt es zwischen diesen beiden Klassen heute keinen Unterschied mehr – bis auf den Umlaut im Plural. Beispiel: im Singular Tag – Tages – Tage – Tag und Gast – Gastes – Gaste – Gast (die Endungen sind identisch), im Plural aber Tage – Tagen gegenüber „Gäste – Gästen“ (identische Endungen, aber Umlaut bei Gast). Tag war also ein alter a-Stamm (gotisch Dativ Plural dagam, deutsch: Tagen), während Gast ein alter i-Stamm war (gotisch Dativ Plural gastim, deutsch: Gästen). Man muss also bei jedem Substantiv die Pluralform mitlernen, da es aus dem Wortstamm selber nicht mehr ersichtlich ist, ob es ehemals ein a- oder i-Stamm gewesen ist.

Die Bildung nach den o-Stämmen ist in frühneuhochdeutscher Zeit verloren gegangen, die meisten betroffenen Substantive werden heute schwach dekliniert. Die Endung -er (mit Umlaut) tritt erstmals im Althochdeutschen bei ein paar vereinzelten Neutra zur Pluralbildung auf. Später wurde es auf einen Großteil aller Neutra und einige Maskulina ausgedehnt.

Die Klassen S1, S2 und S4 sind den Maskulina und Neutra vorbehalten, die Klasse S3 den Feminina.

S1: Umlaut + e (m./i./n.)

Zu dieser Klasse gehören viele Maskulina und einige Neutra.

Schema S1: -(e)s, -¨e
Kasus
Singular
Plural
Nominativ
der Baum die Bäume
Akkusativ
den Baum die Bäume
Genitiv
des Baum(e)s der Bäume
Dativ
dem Baum(e) den Bäumen

Beispiele für Maskulina: Bach, Napf, Zahn, Hof …

Beispiel für Neutra: Floß …

S2: Umlaut + er

In dieser Klasse sind alle Maskulina und Neutra vertreten, die im Plural einen Umlaut sowie das Endungsmorphem -er aufweisen.

Schema S2: -(e)s, -¨er
Kasus
Singular
Plural
Nominativ
der Wald die Wälder
Akkusativ
den Wald die Wälder
Genitiv
des Wald(e)s der Wälder
Dativ
dem Wald(e) den Wäldern
  • Beispiele für Maskulina: Mund, Rand, Strauch, Wurm …
  • Beispiele für Neutra: Amt, Blatt, Loch, Holz …

S3: Umlaut + e (f.)

Zu dieser Klasse gehören etwa 40 feminine Substantive in nicht-zusammengesetzter Form.

Schema S3: -, -¨e
Kasus
Singular
Plural
Nominativ
die Frucht die Früchte
Akkusativ
die Frucht die Früchte
Genitiv
der Frucht der Früchte
Dativ
der Frucht den Früchten

Beispiele: Angst, Ankunft, Ausflucht, Axt, Bank (zum Sitzen), Braut, Brunft, Brunst, Brust, Faust, Frucht, Gans, Geschwulst (f. (auch n.); auch mit der Pluralform Geschwulste), Gruft, Hand, Haut, Kluft, Kraft, Kuh, Kunst, Laus, Luft, Lust, Macht, Magd, Maus, Nacht, Naht, Not, Nuss, Sau (auch mit der Pluralform Sauen), Schlucht (auch mit der Pluralform Schluchten), Schnur, Schoß (Frauenrock; auch mit der Pluralform Schoßen), Stadt, -statt (z. B. Schlafstatt; auch mit der Pluralform -stätten),[8] Sucht, Wand, Wulst (f. (auch m.)), Wurst, Zunft.

S4: -e (ohne Umlaut)

Die Maskulina und Neutra dieser Klasse flektieren wie diejenigen aus S1, sie haben im Plural jedoch keinen Umlaut.

Schema S4: -(e)s, -e
Kasus
Singular
Plural
Nominativ
das Schaf die Schafe
Akkusativ
das Schaf die Schafe
Genitiv
des Schaf(e)s der Schafe
Dativ
dem Schaf(e) den Schafen
  • Beispiele für Maskulina: Bau (Höhle, Unterschlupf), Berg, Docht, Fisch, Gurt …
  • Beispiele für Neutra: Bein, Brot, Kamel, Pferd …

Hierzu gehören alle Substantive auf -ment, z. B. Pergament, Testament

S5: Umlaut ohne Endung

Zu dieser Klasse gehören vor allem Maskulina auf -el, -en, -er sowie zwei Feminina auf -er:

Schema S5: -s, -¨
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
der Boden die Böden die Mutter die Mütter
Akkusativ
den Boden die Böden die Mutter die Mütter
Genitiv
des Bodens der Böden der Mutter der Mütter
Dativ
dem Boden den Böden der Mutter den Müttern
  • Anmerkung: Mutter kann im Genitiv Singular auch s annehmen, beispielsweise bei Mutters Geburtstag[9].
  • Beispiele für Maskulina: Boden, Bogen, Faden, Hafen …
  • Beispiel für Neutra: Kloster …

Hierzu gehören die Verwandtschaftsnamen, Überbleibsel der indogermanischen r-Stämme:

Maskulin: Bruder, Vater
Feminin: Mutter, Tochter
'Schwester' wird schwach dekliniert.

S6: unveränderter Plural

Zu dieser Klasse gehören vor allem Maskulina und Neutra auf -el, -er; die einzigen Endungen sind -s im Genitiv Singular und -n im Dativ Plural.

Schema S6: -s, -
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
der Jäger die Jäger das Opfer die Opfer
Akkusativ
den Jäger die Jäger das Opfer die Opfer
Genitiv
des Jägers der Jäger des Opfers der Opfer
Dativ
dem Jäger den Jägern dem Opfer den Opfern
  • Beispiele für Maskulina: Bürger, Gegner, Meister, Artikel, Teufel …
  • Beispiele für Neutra: Fenster, Feuer, Rudel, Segel …

Hierher gehören fast alle Täterbezeichnungen, sowie viele Bezeichnungen von Völkern: Bäcker, Jäger, Afrikaner, Engländer, Australier …

Schwache und gemischte Deklination

Die schwachen Klassen haben sich aus den urgermanischen n-Stämmen entwickelt, also Substantiven, deren Wortstamm ursprünglich auf -n- endete. Dieses -n- ist teilweise bis heute in der Deklination zu erkennen. Im Germanischen wurden an-, in- und on-Stämme unterschieden – wie bei den a-, i- und o-Stämmen der starken Deklination waren an-Stämme für Maskulina und Neutra, on-Stämme für Feminina vorbehalten; zu den in-Stämmen zählen nur Abstrakta aus Adjektiven (z. B. Höhe, Größe, Länge ). Der einzige Unterschied zu den starken Klassen ist hier, dass alle umlautfähigen in-Stämme den Umlaut auch im Singular haben.

Die Endung -en entspricht eigentlich dem ursprünglichen Wortstamm, alle nachfolgenden Endungen sind jedoch weggefallen. (Als Beispiel diene die gotische Deklinationsreihe hraba – hrabins – hrabin – hraban – hrabans – hrabane – hrabam – hrabans: der ersten Form hraba entspricht im Neuhochdeutschen Rabe, alle anderen Formen erscheinen vereinfacht zu Raben).

W1: -(e)n (m./i./n.)

Schema W1: -(e)n, -(e)n
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
der Bär die Bären der Bauer die Bauern
Akkusativ
den Bären die Bären den Bauern die Bauern
Genitiv
des Bären der Bären des Bauern der Bauern
Dativ
dem Bären den Bären dem Bauern den Bauern
  • Substantive dieser Klasse werden im Singular umgangssprachlich manchmal stark dekliniert, bei Substantiven auf -e ist das jedoch meist nicht der Fall (umgangssprachliche Beispiele: „dem Bär <> dem Raben, den Bär <> den Raben“, „des Bärs <> des Raben“).
  • Beispiele für Maskulina: Bär, Mensch, Held, Herr (Genitiv: Herrn oder selten Herren, Plural Herren), Fürst, Graf, Prinz, Zar, Welf, Schenk, Hirt, Schultheiß, Spatz, Fink, Pfau, Greif, Leu, Narr, Tor, Depp, Geck, Mohr, Oberst, Untertan, Vorfahr, Ahn, Typ, Graph, Tyrann, Kamerad; Bote, Rabe, Löwe, Welpe …

Hierher gehören alle Zugehörigkeitsbezeichnungen mit den folgenden Endungen (Suffixen):

-ade: Nomade
-ale (m.): Kannibale, Rivale, Wandale
-and: Proband
-ant: Demonstrant, Elefant, Gigant, Informant, Mandant, Musikant, Mutant, Passant, Protestant, Sextant, Trabant
-arch: Anarch, Monarch, Oligarch
-at: Autokrat, Automat, Demokrat, Diplomat, Kastrat, Magnat, Pirat, Prälat, Primat (Säugetier), Soldat
-ent: Abiturient, Dozent, Klient, Konkurrent, Kontrahent, Präsident, Student
-et: Exeget, Komet, Magnet, Planet, Prophet
-isk: Obelisk
-ist: Anarchist, Artist, Buddhist, Christ
-ik: Katholik
-it: Alewit, Eremit, Jemenit, Schiit, Sunnit, Wahhabit
-one: Mormone, Ottone
-ot: Chaot, Idiot
-und: Vagabund

Weiter alle Bezeichnungen auf -graph/-graf, -loge, -nom und -soph:

Biograph, Digraph, Geograph, Photograph/Fotograf
Astrologe, Biologe, Geologe, Neurologe, Philologe, Psychologe
Astronom, Ökonom, Taxonom
Philosoph, Theosoph

Hierher gehört auch ein Großteil der Bezeichnungen für Volksangehörige mit Endung -e:

Afghane, Apache, Brite, Chinese, Burmese, Däne, Este, Finne …

W2: -(e)n (f.)

Die meisten Feminina gehören in diese Klasse. Die kurze Endung -n kann nach stammauslautendem -l- oder -r- und nach Vokal stehen. Bei Stämmen auf -in(n)- erscheint das zweite -n- in der heutigen Schreibung nur im Plural.
Besonders ursprüngliche o- und on-Stämme befinden sich in dieser Klasse.

Schema W2: -, -(e)n
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
die Stirn die Stirnen die Birne die Birnen
Akkusativ
die Stirn die Stirnen die Birne die Birnen
Genitiv
der Stirn der Stirnen der Birne der Birnen
Dativ
der Stirn den Stirnen der Birne den Birnen

Beispiele für Feminina:

Achse, Akazie, Allee, Ameise …
Ammer, Aster, Blatter, Elster, Flunder …
Art, Bucht, Fahrt, Flur (nutzbare Landfläche), Frau, Furt, Mure, Schau, Schicht, Schlucht, Stirn, Tat, Uhr, Werft …

Hierher gehören die meisten Baumnamen, Fruchtnamen, viele Tier- und Blumennamen sowie Bezeichnungen für Musikinstrumente, außerdem alle Wörter mit den folgenden Suffixen:

-ade: Karbonade, Limonade, Marmelade, Maskerade, Parade, Rochade, Schokolade
-äne: Fontäne, Moräne, Muräne
-ete: Machete, Rakete
-ette: Kassette, Klarinette, Manschette, Marionette, Pinzette, Pipette, Rosette, Silhouette
-euse: Chauffeuse, Friseuse
-ie: Allergie, Embolie
-in (veraltet auch -inn), Plural -innen: Fürstin, Hündin, Journalistin, Lehrerin, Prinzessin, Schneiderin
-ine: Doline, Gardine, Kantine, Kusine, Lawine, Maschine, Praline, Rosine, Saline, Slawine, Turbine
-ode: Mode, Periode
-ole: Konsole, Parole
-ose: Diagnose, Neurose, Psychose, Thrombose, Tuberkulose, Zirrhose
-üre: Allüre, Broschüre, Lektüre, Maniküre

Weiterhin gehören alle Abstrakta hierher, die auf -heit, -keit, -ion, -ung enden.

W3: 1. Mischklasse, Genitiv -(e)s

Der Singular dieser Mischklasse flektiert stark (Genitiv auf -(e)s), der Plural schwach.

Schema W3: -(e)s, -(e)n
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
das Auge die Augen das Ohr die Ohren
Akkusativ
das Auge die Augen das Ohr die Ohren
Genitiv
des Auges der Augen des Ohr(e)s der Ohren
Dativ
dem Auge den Augen dem Ohr(e) den Ohren
  • Beispiele für Maskulina: Schmerz, Staat, auf -tor endende Substantive (Autor, Prospektor, …)
  • Beispiele für Neutra: Auge, Ohr, Hemd, Bett, Verb …

Ebenfalls in diese Klasse gehört Bau (Gebäude) mit dem unregelmäßigen Plural Bauten.

W4: 2. Mischklasse, Genitiv -ens

In dieser Mischklasse werden schwache und starke Genitivendung miteinander kombiniert, die übrigen Kasus gehen nach W1.
Die meisten (maskulinen) Nomina dieser Klasse kennen im Nominativ Singular neben einer Form auf -e auch eine Variante auf -en, z. B. der Same und der Samen.

Schema W4: -(e)ns, -(e)n
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
der Name die Namen das Herz die Herzen
Akkusativ
den Namen die Namen das Herz die Herzen
Genitiv
des Namens der Namen des Herzens der Herzen
Dativ
dem Namen den Namen dem Herz(en) den Herzen
  • Beispiele für Maskulina: Buchstabe, Name, Same, Friede, Funke, Glaube(n), Wille, Gedanke, Haufe(n)
  • Beispiel für Neutra: Herz

Abkürzungen und Fremdwörter

Abkürzungen können im Plural -s haben, Maskulina und Neutra können diese Endung ebenfalls im Genitiv Singular haben: der IM, des IM[s], die IM[s]; der PC, des PC[s], die PC[s]; die CD, der CD, die CDs. Die übrigen Kasus sind unveränderlich.

Fremdwörter unterliegen kaum festen Regeln. Häufig werden sie ganz wie deutsche Wörter dekliniert, indem sie in eine Klasse eingeordnet werden (dies gilt vor allem für Lehnwörter, zum Beispiel Armee – Armeen, Karzer – Karzer …).

Ansonsten gilt meist:

  • Der Genitiv Singular Maskulinum/Neutrum hat die Endung -s (nach s, x, z entfällt sie meistens).
  • Dativ und Akkusativ Singular haben keine Endung.
  • Feminina sind im Singular in der Regel unveränderlich.
  • Die Endung für alle Kasus des Plurals ist häufig unregelmäßig, der Dativ Plural bleibt in diesen Fällen unverändert.
  • Fremdwörter, die auf Vokal (außer kurzes e) enden und jünger sind bzw. aus dem Französischen oder Englischen stammen, haben in allen Pluralformen in der Regel -s: Kameras, Büros, Cafés/Kaffees, Kasinos, Kolibris, Taxis. Ausnahmen: Pizzen (auch Pizzas und Pizze), Risiken (auch Risikos). Der Genitiv lautet: der Kamera, des Cafés, des Büros, des Kolibris, des Kasinos, des Taxis, der Pizza usw.
  • Fremdwörter werden teilweise in eine deutsche Klasse eingeordnet. So sind die Fassade (Pl. Fassaden) und die Box (Pl. Boxen) in die schwache Klasse eingeordnet worden, während Computer und Scanner wie Lehrer dekliniert werden. Bei anderen Fremdwörtern wiederum bleibt der fremde Plural (zum Beispiel Debüts, Fans, Joysticks, Hits, Kids) erhalten.

Für Fremdwörter aus dem Lateinischen und Griechischen, aber auch aus romanischen Sprachen gilt:

  • Viele Fremdwörter sind vollständig eingedeutscht: Helikopter – des Helikopters, Fotograf – des Fotografen …
  • Fremdwörter, die ihre alte Rectus-Endung erhalten haben, wurden teilweise mit deutschen Pluralendungen versehen: Zentrum – Zentren, Museum – Museen, Magma – Magmen, Globus – Globen, Virus – Viren, Stimulans – Stimulanzien …, der Genitiv lautet auch hier einfach des Zentrums, des Museums, des Magmas, des Globus oder des Globusses, des Virus, des Stimulans.
  • Andere jedoch haben sogar ihre alte Mehrzahlendung erhalten: das Praktikum – des Praktikums – die Praktika, die Supernova – der Supernova – die Supernovae, der Terminus – des Terminus – die Termini, das Lexikon – des Lexikons – die Lexika, das Genus – des Genus – die Genera, das Tempus – des Tempus – die Tempora, der Kasus – des Kasus – die Kasus, das Numerale – des Numerales – die Numeralia oder die Numeralien.
  • Ein häufiger griechischer Mehrzahltyp für Neutra besteht aus der Endung -ta/te: das Klima – die Klimata, das Stigma – die Stigmata, das Komma – die Kommata …
  • Weitere Überbleibsel alter Pluralformen mit eingedeutschten Nebenformen sind das Lexikon – des Lexikons – die Lexika/Lexiken, der Atlas – des Atlas/Atlasses – die Atlanten/Atlasse, das Visum – des Visums – die Visa/Visen

Fremdwörter aus anderen Sprachen wurden teilweise völlig eingedeutscht (z. B. der Taifun – des Taifuns – die Taifune), andere (weniger gebräuchliche) haben ihre ursprüngliche Mehrzahlbildung beibehalten (z. B. das Ksar – des Ksars – die Ksur, gemeint ist eine rechteckige Berbersiedlung).

Eigennamen

Eigennamen haben in der Regel keinen Plural, der einzig veränderte Kasus ist dann der Genitiv Singular: Moskau – Moskaus, Mississippi – Mississippis, Mount Everest – des Mount Everests …

Personennamen werden häufig im Genitiv dem Substantiv ohne Artikel vor- oder nachgestellt (Peters Ziegen, die Sorgen Uriels) – hierfür bekommen Personennamen aller Geschlechter die Endung -s – wäre dieses aufgrund eines vorausgehenden Zischlautes (s, ß, x, z) nicht hörbar, wird durch einen Apostroph ersetzt: Peters, Veronikas, Hans’, Max’, Fritz’. Statt des Apostrophs steht manchmal die Endung -ens: Fritzens.

Auch ein Plural muss manchmal gebildet werden. Hierbei gibt es eigentlich überhaupt keine festen Regeln. Man behilft sich folgendermaßen:

  • Bei Namen auf unbetontes -er gibt es keine Endung: alle Peter auf der Welt.
  • Bei Namen auf Zischlaut kann die Endung -e mit Umlaut stehen: alle Mäxe/Hänse auf der Welt.
  • Oftmals steht die Mehrzahlendung -s: alle Veronikas/Uriels/ … auf der Welt.

Bei Namen aus dem Lateinischen gelten manchmal andere Regeln:

  • Petrus, Genitiv Petri
  • Jesus, Genitiv/Dativ/Vokativ Jesu, Akkusativ Jesum
  • Maria hat manchmal den alten Genitiv Mariä (neben Marias und Mariens). Diese Form ist auch als altertümlicher Dativ üblich (der Akkusativ Mariam ist nicht mehr gebräuchlich).

Bei Namen von Unternehmen oder Organisationen und bei Werktiteln besteht eine gewisse Neigung zur Aufgabe der Deklination, indem manchmal der Nominativ für alle Fälle eintritt (Gen.: Betrieb der Deutsche Bahn anstatt: Betrieb der Deutschen Bahn, Dat.: in Schillers Räuber anstatt: in Schillers Räubern). Von den Sprachlehren wird dies abgelehnt.[10]

Adjektive, Pronomen und Artikel

Adjektive und Pronomen haben im Deutschen besondere Endungen gemeinsam, die sich oft grundlegend von denen der Substantive unterscheiden. Auch die Artikel werden fast so wie jedes andere Pronomen dekliniert.

Adjektive und Pronomen können adjektivisch und substantivisch verwendet werden:

  • Adjektivisch stehen sie vor einem Substantiv in der Reihenfolge Artikel/Pronomen/Possessivpronomen + Adjektiv + Substantiv: „das Haus, dieses Haus, große Häuser, dieses große Haus, alle diese großen Häuser, diese vielen großen Häuser“. Die Adjektive werden dabei in Aufzählungen durch Kommata voneinander abgetrennt: er mag keine blauen, roten oder grünen Häuser. Possessivpronomen werden in der Regel ohne weitere Pronomen verwendet, selten werden sie durch das Pronomen dies näher bestimmt: dieses mein Haus.
  • Substantivisch stehen Adjektive und Pronomen in Vertretung eines Substantives: das Haus – es ist groß, die Häuser – sie sind groß; dieses hier gefällt mir, jenes dort gefällt mir nicht; sie steht auf rote Autos, aber nicht auf grüne.
    das ersetzt umgangssprachlich die substantivischen Pronomen dieses, jenes und es: das hier ist großartig, das da aber nicht.
    Substantivische Adjektive und Pronomen im Singular Neutrum beziehen sich auch auf mehrere Dinge, bei Personen wird der Plural verwendet: Großes (Neutrum Singular) wird von Mächtigen (Plural) erwartet = große Dinge werden von mächtigen Personen erwartet.

Substantivische Adjektive und Pronomen können in einigen Fällen keinen Genitiv bilden. In attributiver Stellung kann er durch von + Dativ umschrieben werden: das Geld von Reichen, bei den Präpositionen wegen und trotz steht der Genitiv: wegen vieler, trotz so weniger. In Süddeutschland, in der Schweiz und in Österreich wird grundsätzlich gern anstelle des Genitivs der Dativ verwendet. Dabei ist der Dativ die ältere Form, wird aber heute seltener benutzt.[11]

Ob und wie das Adjektiv dekliniert wird, hängt von seinem Gebrauch ab:[12]

  • Das Adjektiv ist endungslos als Adverbial oder in prädikativer Verwendung: er läuft schnell; dieser Weg ist weit
  • Das Adjektiv wird dekliniert in attributiver und adsubstantivischer Verwendung:
    • Steht das Adjektiv ohne Artikel beim Substantiv, flektiert es stark – Artikellosigkeit ist in der Regel bei Nominalgruppen mit Stoffsubstantiven der Fall: grüner Tee, hier ist grüner und dort ist etwas schwarzer
    • Steht das Adjektiv nach dem bestimmten Artikel oder einer vergleichbar deklinierenden Einheit (z. B. Demonstrativpronomina), flektiert es schwach: der grüne Tee, hier ist dieser grüne und dort ist jener schwarze.
      • Dies gilt auch für nicht endungslose Artikel, die mit einer Präposition verschmolzen sind: im Weißen Haus, zur alten Mühle, unterm grünen Baum
    • Steht das Adjektiv nach dem unbestimmten Artikel oder einer vergleichbar deklinierenden Einheit (z. B. Possessivpronomina), flektiert es gemischt: kein heißer Tee; kein heißes Wasser; keine heiße Suppe; keine heißen Suppen

Starke Deklination der Adjektive

Die starke Deklination der Adjektive deckt sich zu großen Teilen mit der Deklination der Pronomen.

Kasus Maskulin Intersex Neutrum Feminin Plural
Nominativ
-er
-el
-es
-e
Akkusativ
-en
Genitiv
-es*
-er
-er
Dativ
-em**
-en

* Die starke Deklination ist im heutigen Sprachgebrauch im Genitiv durch die schwache vollständig verdrängt worden. Man sagt also z. B. „reinen Herzens“ statt „reines Herzens“.

** Steht ein Adjektiv nach einem anderen Pronomen oder einem anderen Adjektiv, kann hier bei der Bildung eines Gesamtbegriffs die schwache Endung -en verwendet werden, z. B. „eine Flut von weißem elektrischen Licht“. Zwischen den Adjektiven steht in diesen Fällen kein Komma.

Schwache Deklination der Adjektive

Das Paradigma besteht im Wesentlichen aus den beiden Formen -e und -en, wobei es sich bei ersterer um die markierte Form handelt.

Kasus Maskulin Intersex Neutrum Feminin Plural
Nominativ
-e
-e
-en
Akkusativ
-en
Genitiv
-en
Dativ

Gemischte Deklination der Adjektive

Das Paradigma enthält weniger Formen als das der starken Deklination, ist jedoch nicht so stark reduziert wie das der schwachen.

Kasus Maskulin Intersex Neutrum Feminin Plural
Nominativ
-er
-el
-es
-e
-en
Akkusativ
-en
Genitiv
-en
Dativ

Komparation (Steigerung)

Adjektive treten in drei Steigerungsstufen auf: Positiv (klein) – Komparativ (kleiner) – Superlativ (am kleinsten). Alle Adjektive werden im Deutschen auf die gleiche Weise gesteigert (dabei tritt bei vielen einsilbigen Adjektiven Umlaut auf), die gesteigerten Adjektive werden wie alle anderen Adjektive dekliniert:

  • Der Komparativ wird durch die Endung -er gebildet: der weite Weg – der weitere Weg, ein langer Weg – ein längerer Weg.
  • Der Superlativ wird durch die Endung -(e)st gebildet: der weiteste Weg, der längste Weg. Der Superlativ nach dem unbestimmten Artikel (ein längster Weg) ist nur in der mathematischen Fachsprache gebräuchlich.

Als Adverb oder in prädikativer Stellung hat der Superlativ eine besondere, unveränderliche Form: er läuft am weitesten, dieser Weg ist am längsten.

Es gibt auch aus Adverbien abgeleitete Adjektive:

  • innen – der innere – der innerste
  • außen – der äußere – der äußerste
  • vorne – der vordere – der vorderste
  • hinten – der hintere – der hinterste
  • oben – der obere – der oberste
  • unten – der untere – der unterste

Folgende Adjektive können nicht gesteigert werden: einzig, einmalig; ganz, kein; golden; tot. Außerdem „Elative“ wie himmelweit, riesengroß ….

Vergleiche werden folgendermaßen gebildet:

  • so … wie: die Erde ist nicht so groß wie die Sonne
  • … als: die Erde ist kleiner als die Sonne
  • … ‚von‘/Genitiv: die Erde ist nicht der kleinste der Planeten; sie ist die kleinste von uns

Der Komparativ wird auch häufig mit der Bedeutung ziemlich, mehr oder weniger verwendet: sie legten eine größere Entfernung zurück.

Artikel

Der bestimmte Artikel wird so dekliniert:

Kasus Maskulin Intersex Feminin Neutrum Plural
Nominativ
der dus die das die
Genitiv
des des der des der
Dativ
dem dem der dem den
Akkusativ
den dun die das die

Der bestimmte Artikel steht häufig nur als bloßes Formwort, oft in der Bedeutung an sich: das Geld bedeutet ihm viel = Geld an sich bedeutet ihm viel; die Kühe käuen wieder = Kühe an und für sich käuen wieder.
Er kann weggelassen werden, wenn zwei Substantive durch und verbunden werden: im Singular ist das möglich <> in Singular und Plural ist das möglich = im Singular und im Plural ist das möglich.

Der unbestimmte Artikel hat keinen Plural:

Kasus Maskulin Intersex Feminin Neutrum
Nominativ
ein ein eine ein
Genitiv
eines eines einer eines
Dativ
einem einem einer einem
Akkusativ
einen einel eine ein

Pronomen

Personalpronomen

Die Deklination der Personalpronomen unterscheidet sich grundsätzlich von der aller anderen Nomen, allein schon dadurch, dass es bei vielen Pronomen unterschiedliche Stämme gibt (zum Beispiel ich <> mich, wir <> uns)

Dieser Zustand ist schon seit indogermanischer Zeit präsent, vergleiche dazu:

  • deutsch ich, gotisch ik, altindisch ahám gegenüber deutsch mich, gotisch mik, lateinisch , altgriechisch emé, me;
  • deutsch wir, gotisch weis, hethitisch u̯ēš gegenüber deutsch uns, gotisch uns, hethitisch anz-.

In der 3. Person stehen verschiedene Stämme:

  • der Pronominalstamm i- liegt deutsch er/ihm/ihn ~ es, gotisch is/imma/ina ~ ita, lateinisch is/ei/eum ‚dieser, er‘ ~ id ‚dieses, es‘ zugrunde;
  • der Demonstrativstamm ḱi- (fortgesetzt in her, hier und hin) tritt auf bei niederländisch hij/hem ~ het, englisch he/him, skandinavisch han/ham.

Das Personalpronomen enk im Akk. Dat. Plural, das in einigen bairischen Dialekten auftritt, entstammt der ursprünglichen Dualform *inke der 2. Person, vergleiche altsächsisch ink und altenglisch inc. Weitere Dualformen kennt das Deutsche nicht mehr.

  • Ein reflexives Personalpronomen existiert nur mehr im Dativ und Akkusativ (sich). Im Genitiv springt dafür das Pronomen der 3. Person ein (seiner/ihrer).
  • Der Genitiv des Personalpronomens wird heute selten verwendet. Er steht im Grunde genommen nur als Objekt nach Verben, die den Genitiv verlangen (erinnert sich meiner, erbarme dich unser, gedenke ihrer …; hier stehen auch vereinzelt die obsoleten Formen mein, dein, zum Beispiel vergiss mein nicht).

Besitzanzeigend stehen die Possessivpronomen (siehe unten).

Die ungeschlechtigen Pronomen der ersten und zweiten Person sowie die Reflexivpronomen werden wie folgt dekliniert:

Kasus 1. Ps. Sg. 2. Ps. Sg. 1. Ps. Pl. 2. Ps. Pl. reflexiv
Nominativ
ich du
wir ihr
Akkusativ
mich dich
uns euch
sich
Dativ
mir dir
Genitiv
mein(er) dein(er)
unser(er) euer(er)

Das Pronomen der dritten Person ist im Singular geschlechtig.

Kasus 3. Ps. Sg. m. 3. Ps. Sg. i. 3. Ps. Sg. n. 3. Ps. f. 3. Ps. Pl.
Nominativ
er us es sie
Akkusativ
ihn
uhn
Genitiv
sein(er) ihrer
Dativ
ihm ihr ihnen

Im Genitiv ist beim Plural die kürzere, beim Singular sowie bei der Zusammenziehung mit wegen die längere Form üblich. Bei der Zusammenziehung wird das auslautende -er in -et umgewandelt.

Pronomen

Kasus Maskulin Intersex Neutrum Feminin
Nominativ
jeder jedel jedes jede
Akkusativ
jeden
Genitiv
jedes jeder
Dativ
jedem

Mit dem unbestimmten Artikel ein (eine, ein):

Kasus Maskulin Intersex Neutrum Feminin
Nominativ
ein jeder ein jedel ein jedes eine jede
Akkusativ
einen jeden
Genitiv
eines jeden einer jeder
Dativ
einem jeden

Possessivpronomen

Possessivpronomen werden wie die anderen Pronomen dekliniert, mit folgender Ausnahme: Im Nominativ Singular des Maskulinums sowie in Nominativ und Akkusativ Singular des Neutrums fällt bei attributivem Gebrauch (also etwa in mein Hund, nicht jedoch in das ist meiner) die Endung weg.

Kasus Maskulin Neutrum Feminin Plural
Nominativ
mein/meiner
mein/meines
meine
meine
Akkusativ
meinen
Genitiv
meines
meiner
meiner
Dativ
meinem
meinen

Die Possessivpronomen unser und euer haben vor einer Endung oft kontrahierte Formen: unser Haus – unseres Hauses = unsres Hauses; unsere Hütte = unsre Hütte.

Bei den Endungen -em und -en sind zwei verschiedene Kontraktionen möglich: unserem Hause = unsrem Hause = unserm Hause.

Unregelmäßigkeiten

Unregelmäßige Adjektive

Das Adjektiv hoch hat vor einer Endung den Wortstamm hoh-: hohes Haus, auf der hohen Mauer, das höhere Haus. Nicht jedoch im Superlativ: das höchste Haus.

Die Adjektive viel und wenig können unverändert mit Verben verwendet werden: er redet viel. Im Singular vor nicht-zählbaren Substantiven haben sie eine besondere Deklination:

Kasus Maskulin Feminin Neutrum
Nominativ Singular
viel/wenig Wein
viel/wenig Butter
viel/wenig Mehl
Akkusativ Singular
Genitiv Singular
vielen/wenigen Weines vieler/weniger Butter vielen/wenigen Mehls
Dativ Singular
vielem/wenigem Wein(e) vieler/weniger Butter vielem/wenigem Mehl(e)

Im Plural werden viele und wenige wie jedes andere Adjektiv dekliniert (zum Beispiel viele Häuser, unter vielen Bäumen). Substantivisch existiert vieles – von vielem – vielem – vieles.

Komparativ und Superlativ

Unregelmäßige Komparative oder Superlative haben:

  • gut – besser – beste
  • hoch – höher (Komparativ unregelmäßig, Superlativ regelmäßig)
  • viel – mehr – meiste
  • wenig – minder/weniger – mindeste/wenigste (beides möglich)
Komparativ

Die Komparative mehr und weniger stehen vor nicht-zählbahren Substantiven:

Kasus Maskulin Intersex Feminin Neutrum
Nominativ Singular
mehr/weniger Wein
-
mehr/weniger Butter
mehr/weniger Mehl
Akkusativ Singular
Genitiv Singular
von mehr/weniger Wein - von mehr/weniger Butter von mehr/weniger Mehl

Vor Substantiven im Plural stehen mehr und weniger:

Kasus Maskulin Intersex Feminin Neutrum
Nominativ Plural
mehr/weniger Bäume
-
mehr/weniger Antworten
mehr/weniger Autos
Akkusativ Plural
Genitiv Plural
von mehr/weniger Bäumen* - von mehr/weniger Antworten* von mehr/weniger Autos*

* Da der Genitiv mit der Präposition von umschrieben wird, muss das nachstehende Substantiv im Dativ Plural auftreten.

Die Komparativform mehrere – mehrerer – mehreren (Plural) hat die Bedeutung einige, nicht besonders viele.

Superlativ

Meist kann auch nach dem bestimmten Artikel stehen: die meiste Butter. Im Plural steht die meisten: die meisten Autos haben vier Räder.

Numerale

Kardinalzahlen

Ziffer Einer Zehner 20 bis 90 ab 100
0 null zehn (ein)hundert (100)
1 eins elf (ein)hundert(und)eins (101)
2 zwei zwölf zwanzig zweihundert (200)
3 drei dreizehn dreißig dreihundert(und)einundzwanzig (321)
4 vier vierzehn vierzig viertausend (4000)
5 fünf fünfzehn fünfzig fünftausendzweihundertdrei (5203)
6 sechs sechzehn sechzig sechs Millionen   (6.000.000, 6 Mio.)
7 sieben siebzehn
siebenzehn
siebzig
siebenzig
sieben Milliarden  (7.000.000.000, 7 Mrd.)
8 acht achtzehn achtzig acht Billionen    (8.000.000.000.000, 8 Bio.)
9 neun neunzehn neunzig neun Billiarden   (9.000.000.000.000.000, 9 Brd.)

Bei Zusammensetzungen aus Zehnern und Einern stehen zuerst die Einer, dann folgt und, dann kommen die Zehner: einundzwanzig (21), neunundneunzig (99).

Deklination der Kardinalzahlen

Das Zahlwort eins wird in adjektivischer Position auch als bestimmter Artikel verwendet und wird wie ein Possessivpronomen dekliniert, in substantivischer Position wie ein übliches Adjektiv.

Das Zahlwort zwei wird im jüngeren Neuhochdeutschen ebenfalls nicht mehr in seinem Geschlecht angepasst.

Die übrigen Zahlwörter bleiben in der Regel unverändert, sie werden kaum substantivisch verwendet: in drei Häusern (Dativ).
Zu beachten ist jedoch der Genitiv:

  • Der attributive Genitiv wird gewöhnlich durch die Präposition von umschrieben oder benötigt den bestimmten Artikel: die Türen von 21 Häusern, die Türen der 21 Häuser.
  • Bei Zahlen von eins bis zwölf ohne Artikel kann dem Zahlwort die Endung -er angehängt werden: die Türen zweier großer Häuser.
  • Der präpositionale Genitiv und der Genitiv als Objekt können nur mit der Endung -er (für Zahlen von 1 bis 12), dem bestimmten Artikel oder anderen Pronomen gebildet werden: mittels zweier Anrufe, aufgrund dieser drei Anrufe; er erbarmte sich der drei Wanderer.

Der substantivische Dativ wird bei Zahlen von eins bis zwölf durch die Endung -en gebildet: dort stehen drei Häuser – in zweien brennt es. Bei anderen Zahlen kann der Partitiv zur Hilfe genommen: dort stehen zwanzig Häuser – in neunzehn (von ihnen) brennt Licht.

Substantivisch existieren darüber hinaus Hunderte – von Hunderten – zu Hunderten und Tausende – von Tausenden – zu Tausenden, sowie (das) Hundert – vom Hundert und (das) Tausend – vom Tausend.

Ordnungszahlen

Ordnungszahlen werden ähnlich wie normale Adjektive dekliniert: „am ersten Mai, ein erster Anfang, die ersten Blüten“.

Ziffer Einer Zehner 20 bis 90 ab 100
0 nullte zehnte (ein)hundertste (100.)
1 erste elfte (ein)hundert(und)erste (101.)
2 zweite zwölfte zwanzigste zweihundertste (200.)
3 dritte dreizehnte dreißigste dreihundert(und)einundzwanzigste (321.)
4 vierte vierzehnte vierzigste viertausendste (4000.)
5 fünfte fünfzehnte fünfzigste fünftausendzweihundertdritte (5203.)
6 sechste sechzehnte sechzigste sechsmillionste
7 siebte, siebente siebzehnte siebzigste siebenmilliardste
8 achte achtzehnte achtzigste achtbillionste
9 neunte neunzehnte neunzigste neunbilliardste

Weitere Zahlenarten

  • Multiplikativzahlen: einmal, zweimal, dreimal … / einfach, zweifach, dreifach …
  • Distributivzahlen: je einer, je zwei, je drei …
  • Bruchzahlen: 1 ein Ganzes, 2 zwei Ganze, ½ ein Halb, ¾ drei Viertel …
  • Dezimalzahlen: 1,5 eins komma fünf; 0,763 null komma sieben sechs drei
  • Telefonnummern: 17456 wird aufgelöst in 1–7–4–5–6 oder 17–45–6

Verwendung der Kasus

Der Nominativ

Der Nominativ (Wer-Fall) steht als Subjekt des Satzes, außerdem übernimmt er die Form des Vokativs:
die Katze springt auf den Tisch, der Schnee fällt, er gibt ihm den Schuh; komm, liebe Katze, komm!, (oh) Mensch!, du Idiot!. Er steht dabei meist am Satzanfang, oft auch nach dem finiten Prädikat, einem Adverb oder einem Objekt.

Adjektive und Substantive im Nominativ können zusammen mit dem Hilfsverb sein das intransitive Prädikat bilden: er ist groß, sie ist seine Sekretärin, viele Leute sind Protestanten, sie werden bald arbeitslos sein.

Der Akkusativ

Der Akkusativ (dessen Formen von denen des Nominativs häufig nicht verschieden sind), steht als direktes Objekt nach transitiven Verben: ich sehe dich, er gibt ihm den Schuh.

Der Akkusativ steht nach folgenden Präpositionen:

für, ohne, durch, gegen, um, bis

Außerdem steht er nach den Präpositionen an, in, auf, unter, über, vor, hinter, durch und neben zur Angabe der Richtung oder der Bewegung und vor der Postposition entlang.

Der Dativ

Der Dativ steht hauptsächlich als indirektes Objekt: das sehe ich dir an, er gibt ihm den Schuh. Außerdem steht er oft bei subjektiven Eindrücken: es ist mir zu kalt, das Buch ist ihm zu kompliziert.

Der Dativ steht nach folgenden Präpositionen:

mit, ab, aus, bei, nach, von, vor, zu, binnen

Außerdem steht er nach folgenden Präpositionen zur Angabe des Ortes:

an, in, auf, unter, über, vor, hinter, bei, neben

sowie vor den Postpositionen

voraus, voran

Der Genitiv

Der Genitiv wird in der Umgangssprache und den Dialekten relativ selten verwendet, am häufigsten wird er hochsprachlich genutzt.

Der Funktionsumfang des Genitivs ist am größten von allen vier Kasus:

  • Bildung des Possessivs: das Buch des Händlers, Ursulas Haus
  • Zugehörigkeit: die Tür des Hauses, die Blätter der Bäume
  • Genitivobjekt nach einigen bestimmten Verben: sie verwiesen ihn des Landes, er wurde dieses Verbrechens beschuldigt
  • Er steht nach den Präpositionen wegen, ob, innert, während, trotz, dank, kraft, mittels, zwecks, aufgrund, innerhalb, im Laufe … und der Postposition halber: wegen des Regens, ob dieser Umstände, der Eintracht halber, zwecks einschneidender Lohnsenkungen, trotz der Proteste, aufgrund der Geschehnisse, innerhalb eines Tages, im Laufe dreier Jahre
  • Er kann zusammen mit bestimmten Adjektiven stehen: der deutschen Sprache mächtig, in älterem Sprachgebrauch kann er prädikativ verwendet werden: sie ist guter Dinge.
  • Er fungiert (eingeschränkt) als Genitivus absolutus, also zur Beschreibung eines (tatsächlichen oder figürlichen) Begleitumstands ohne grammatische Abhängigkeit vom Rest des Satzes: er verließ das Büro erhobenen Hauptes, stehenden Fußes (Lehnübersetzung aus dem Lateinischen), heutigentags (von *"heutigen Tags") usw.

In den drei ersten Fällen steht das im Genitiv deklinierte Substantiv hinter dem Bezugswort.

Die Präposition wegen kann dem Bezugswort auch nachgestellt werden: des Regens wegen. Bei Personalpronomen steht der Dativ; dies ist die einzige Möglichkeit, wenn das Personalpronomen noch erweitert wird (wegen euch beiden); steht es jedoch das Personalpronomen allein, sind die Komposita meinetwegen, deinetwegen, seinetwegen, unseretwegen, euretwegen, ihre(n)twegen möglich und dann hochsprachlich einzig zugelassen (in der Umgangssprache auch hier mit Dativ, wegen mir usw.) In einigen Dialekten kann auch der Genitiv stehen (so im Bairischen wegen meiner, auch wenn dieses den Genitiv anderweitig fast und gerade nach wegen vollständig verloren hat).

Der Genitiv wird häufig durch die Präposition von+Dativ umschrieben. Dies geschieht in partitiver Verwendung: niemand von uns. Vor Substantiven steht im Partitiv die Präposition aus: drei Arbeiter aus dieser Fabrik. Vor Pluralwörtern ohne Artikel und begleitendem Adjektiv (die sonst unmarkiert wären) ist die von-Umschreibung auch in der Hochsprache zulässig und verbindlich: ein Zeitraum von Stunden, aber ein Zeitraum mehrerer Stunden.

Umgangssprachlich werden die genannten Funktionen folgendermaßen umschrieben:

  • Possessiv: das Buch vom Händler/dem Händler sein Buch, das Haus von (der) Ursula/Ursula ihr Haus.
    Man bedient sich also der Präposition von+Dativ oder des Rheinischen Genitivs.
    Possessivpronomen werden nach wie vor häufig verwendet.
  • Zugehörigkeit: die Tür vom Haus, die Blätter von den Bäumen/den Bäumen ihre Blätter
  • Das Genitivobjekt wird bei einigen Verben durch ein Akkusativobjekt (veraltet, heute noch gehoben: jemandes vergessen, daneben auch jemanden vergessen), bei anderen durch eine Partizipialkonstruktion (älter oder gehoben: sich jemandes erinnern, jünger: sich an jemanden erinnern; älter oder gehoben: jemanden einer Sache anklagen, jünger jemanden wegen einer Sache anklagen) ersetzt, im übrigen muss es umschrieben werden: sie wiesen ihn aus dem Land, man gab ihm die Schuld an dem Verbrechen.
  • Die Präpositionen wegen und trotz (sowie auch innert) tragen – je nach Region – umgangssprachlich häufig den Dativ: wegen dem Regen, trotz den Protesten. Bei anderen Präpositionen, deren Konstruktion teilweise noch deutlich erkennbar ist (aufgrund, anstatt, im Laufe, aber auch: innerhalb), steht von: aufgrund von den Ereignissen, innerhalb von einem Tag, im Laufe von drei Jahren.
  • Der Genitiv mit bestimmten Adjektiven oder in prädikativer Stellung existiert ohnehin nur in einigen Redewendungen, sodass diese in der Umgangssprache noch Verwendung finden. Der adverbiale Genitiv wird durch Präpositionen ersetzt: er verließ das Büro mit erhobenem Kopf.

Eine weitere Verwendung des Genitivs (die hier wenig elegante Umschreibung mit von ist nicht möglich) ist der Nominalstil, der besonders in offiziellen Dokumenten Verwendung findet. In der Literatur sollte er aufgrund seiner Starre und Unbelebtheit vermieden werden. Im Nominalstil wird einem Substantiv ein Gerundium im Genitiv nachgestellt: Nominalstil: bei der Besichtigung der Kirche wurden viele Fragen gestellt; eine Alternative im Verbalstil wäre: während alle die Kirche besichtigten, stellten sie viele Fragen.

Genus (Geschlecht)

Deutsche Substantive, Adjektive und Pronomen treten in vier Genera (Geschlechtern) auf: maskulin (männlich), intersex (oculich), feminin (weiblich) oder neutral (sächlich). Das natürliche Geschlecht (Mädchen ist eine weibliche Person, Tisch ist ein Gegenstand) stimmt vor allem bei nicht belebten Dingen meist nicht mit dem grammatischen Geschlecht überein (das Mädchen (neutral), der Tisch (maskulin)).

Grundsätzlich gilt:

  • Substantive auf -ei, -schaft, -heit, -keit, -ung, -(t/s/x)ion, -(i)tät, sowie auf -öse (franz. -euse), -iere (franz. -ière) sind feminin
  • Substantive auf -tum, -lein, -chen sind neutral (wobei es auch Ausnahmen gibt, z. B.: der Irrtum, der Reichtum)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. duden.de: Mutter
  2. duden.de: Klamottenkiste
  3. Elke Hentschel & Harald Weydt: Handbuch der deutschen Grammatik. 4. Auflage. Walter de Gruyter, 2013, S.138f.
  4. Thorsten Roelcke: Sprachtypologie des Deutschen. Walter de Gruyter, 1997, S.137
  5. Pons:
    1. Pons / Ines Balcik: Pons: Band 2: Zweifelsfrei Deutsch Grammatik: Sichere Antworten auf knifflige Fragen. 2007, S.10f.
    2. Pons / Ines Balcik, Jürgen Folz, Klaus Röhe: Pons: Band 3: Perfektes Deutsch: Der Ratgeber in sprachlichen Zweifelsfällen. 2009, S.162-164
    3. Pons / Ines Balcik, Klaus Röhe, Verena Wróbel: Pons: Band 2: Die große Grammatik Deutsch. Das umfassende Nachschlagewerk. 2009, S.111ff.
  6. Thordis Hennings: Einführung in das Mittelhochdeutsche. 3., durchgesehene und verbesserte Auflage. Walter de Gruyter, 2012, S.149
  7. Beispiele:
    • Im Eintrag Oma bei duden.de heißt es zum Genitiv Singular „der Oma, Omas“
    • Duden Grundschulwörterbuch - Sag es besser! Die richtige Wortwahl. 2013, S.68. Zitat: „An Mamas Ring funkelt ein smaragdgrüner Stein.“
  8. Beispiele:
    • Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. Leipzig, 1793–1801:
      „Die Bèttstatt, plur. die -stätte, oder Bettstätte, plur. die -n [...]“
      „Die Hofstatt, plur. die -stätte [...]“
      „Die Wêrkstatt, plur. die -stätte, oder die Werkstätte, plur. die -n [...]“
      „Die Wohnstatt, plur. die -stätte, oder die Wohnstätte, plur. die -n [...]“
    • Olla Potrida. Erstes Stük. Weversche Buchhandlung, Berlin, 1788, S.143: „Die Werkstätte sind in geringer Anzahl, und die Arbeiter nur einen Theil des Jahres beschäftigt.“
    • Joseph Schneider: Warum sterben heut zu Tage die Menschen früher, als in der Vorzeit? Ein Programm, als Beitrag zur Verherrlichung der priesterlichen Jubiläums-Feier Seiner Hochfürstlichen Gnaden Adalbert III, Fürt-Bischofs zu Fulda, des heil. Römischen Reichs Fürsten, Ihrer Majestät der Römischen Kaiserinn Erzkanzlers durch Germanien und Gallien Primas rc. rc. Fulda, 1811, S.11: „Unsere Schlafstätte sind itzt weiche und erhitzende Federbetten [...]“
    • Heinrich Zschokke: Geschichte vom Kampf und Untergang der schweizerischen Berg- und Waldkantone, besonders des alten eidsgenössischen Kantons Schwyz. In vier Büchern. Bern und Zürich, 1801, S.23: „Im Jahre 1257 wählten daher die vereinten Waldstätte den Tapfersten in Helvetien zu ihrem Schirmvogt.“
    • Ferdinand Meyer: Die evangelische Gemeinde in Locarno, ihre Auswanderung nach Zürich und ihre weitern Schicksale. Ein Beitrag zur Geschichte der Schweiz im sechszehnten Jahrhundert. Erster Band. Zürich, 1836, S.332: „Kurz darauf finden wir die Boten der vier Waldstätte, mit sämtlicher sieben Orte Vollmacht, in Luzern versammelt.“
  9. duden.de: Mutter
  10. Duden 4. Die Grammatik, 5. Aufl., Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1995, § 427.
  11. Duden Bd. 9, 2007, S. 890.
  12. Vgl. Peter Eisenberg: Das Wort. Grundriss der Deutschen Grammatik. Band 1. 3. Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2006.