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11 Mai 2013

Piraten verstehen was von Internetnutzung, aber nichts vom Betrieb des Internet

Vor zwei Stunden haben die Piraten beschlossen, das sie eine Netzneutralität haben wollen, die einen Eingriff in die Vermittlungs-- und Transportschichten verbieten. Mir zeigt das, das die Piraten keine Ahnung haben, wie das Netz eigendlich Aufgebaut ist. Es ist mit Nichten so, das bei der Bündelung von Teilnehmerleitungen diese dann so stark sind, das ihre Kapazität die Summer der Kapazitäten der einzelnen Zweige entspricht. Wer das will, der muss auch sagen, das ein Internetanschluss 250€/Monat kostet anstatt nur 25€.



Das übergeordnete Leitungen nicht voll Dimensioniert sind, ist aus statistischen Gründen nicht notwendig, weil viele Leitungen oft nicht ausgeschöpft werden. Was passiert aber in so einem Fall, wenn eine der Übergeordneten strecken eine Kapazitätsproblem auftritt. Dann werden im Packe vor den Überlasteten Leitungen (im Bild Rot markiert) zufällig vernichtet, so lange bis die Daten durch die Pakete passt. Das merken die Endgeräte die nach den Regeln des Internets designt sind und drosseln den Datenstrom so das möglichst wenig Pakete vernichtet werden. Die betroffenen User sind etwas beeinträchtigt, aber damit können alle Leben. (Leicht rötlich markierte Nutzer)



Jetzt gibt es aber Downloadplattformen, die garantieren ihren Nutzern das die Kapazität Ihres Internetanschluss immer zu 100% ausgeschöpft wird. Das wird mit speziellen Download Agenten erreicht, die anderen Technischen Normen Vorbeiprogrammieren. Erst vor zwei Tagen musste ich intervenieren, weil ein Anbieter schlicht ein einfach hunderte von parallelen TCP/IP Verbindungen aufbaut. Wenn es also wie oben dargestellt zu einem Engpass kommt, dann verringert sich die Leistung derjenigen Nutzer mit einer festen Zahl von TCP/IP Verbindungen, während der Trick Downloader immer mehr Verbindungen aufmacht. Auch p2p Anwendungen mit vielen Verbindungen Profitieren im übrigen diesem Effekt, weswegen diese Anwendungen schon traditionell ein Problem sind.

Noch Aggressiver sind Anwendungen die ganz gezielt darauf gezüchtet wurden, sich im Internet vorzudrängeln. Wie ist so etwas möglich?

  1. Was passiert, wenn es wie im Bild 2 auf einer Leitung eng wird?
    Als erstes wirft der IP Router, wenn die Werteschlange an einer Leitung eine bestimmte Länge erreicht, die Pakete weg. Durch das Wegwerfen, das Zufällig geschieht, reagieren die empfangende Stelle mit einer Aufforderung zur erneuten Aussendung. Daraufhin wiederholt die Sendende Seite und verringert Geschwindigkeit.
  2. Was ist Forward Error Correction?
    Dabei handelt es sich um ein Verfahren, die Daten aufzublasen, um ohne erneute Aussendung Verluste ausgleichen zu können. Im einfachsten Fall, alles Doppelt senden, aber es geht bedeutend cleverer. Das Prinzip ist das gleiche wie bei einem Raid5 oder Raid6, wo einzelne Festplatten kaputt gehen können, ohne das die Daten weg sind.
  3. Was ergibt sich aus der Kombination dieser Fakten?
    Wenn ich jetzt einen Modifizierten TCP/IP Stack verwende, dann brauche ich nicht jedes Paket neu anfordern. Demzufolge kann ich mehr Senden als meine Konkurrenten. Ich selbst kann Verluste weg stecken, während der Konkurrent auch Paketverluste verzeichnet und sich so weit zurück nimmt bis er ich nicht mehr behindert. Das funktioniert im Extremfall bis auf Null!!



Wenn jetzt also mehrere solche Trick Downloads (im Bild mit einem Totenkopf markiert) Kollidieren (im Bild als rote Strecke markiert) dann fällt der Internet Anschluss der hier rot Markierten Nutzer komplett aus! Wenn ich die Forderungen der Piraten, die das folgende beschlossen haben:

Netzneutralität stärken und gesetzlich verankern

Die Piratenpartei Deutschland setzt sich für eine gesetzliche Festschreibung des neutralen Charakters der Datendurchleitung im Internet ein (Prinzip der Netzneutralität), um Informations-, Presse- und Meinungsfreiheit zu sichern und die Innovationsfähigkeit des Netzes zu erhalten.

Die Piratenpartei lehnt es ab, die diskriminierungsfreie Übertragung von Daten durch die Einführung von Güteklassen, Angebotseinschränkungen oder Zugangserschwernisse zu beschneiden. Es muss den an die Kommunikationsinfrastruktur angeschlossenen Personen überlassen bleiben, aus dem Angebot an Diensten das Gewünschte auszuwählen.

Damit das Internet ein Ort der Innovation und Gleichberechtigung bleibt, muss der Gesetzgeber ein klares Bekenntnis für die Konzentrierung der anwendungsspezifischen Funktionen bei den mit dem Netz verbundenen Endgeräten abgeben (End-to-End-Prinzip) und Eingriffe in die Vermittlungsschicht oder das Betrachten der Transportschicht der durchgeleiteten Daten konsequent untersagen.


umsetze, dann habe ich kein Stabiles Produkt mehr. Baue ich die Backbone Leitungen aus, was ja durch die Netzneutralität vorgeblich erreicht werden soll und was wegen der verwendeten Funktechnik sowohl an physikalischen als auch monetären an Grenzen stößt, dann kann ich die Wahrscheinlichkeit eines solches Störfalls nur verringern. In dem zum Beispiel drei solche Downloads gebraucht werden an Stelle der zwei die ich hier dargestellt habe. Da aber die Größe von Spielen durch den Zuwachs an Ressourcen befeuert ständig dramatisch stiegt, ist das nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, weil dann die Downloads bei gleichbleibender Anschlussleistung länger dauern und damit auch die Wahrscheinlichkeit des Zusammentreffens steigt.

Das ist mit Verlaub gesagt völliger Schwachsinn! Die Transportschicht läuft bei TCP/IP in den Endgeräten der Teilnehmer. Sie sind den Eingriffen durch die Netzbetreiber entzogen. Das ist für Netzbetreiber ein echtes Problem, wenn Teilnehmer sich nicht an die Technischen Regeln des Internets halten. Eine gebräuchliche Anwendung dieser Tatsache die viel DDOS-Attacken die immer wieder durch das Internet laufen. Man sollte Annehmen können, Piraten kennen so was. Ist aber wohl so nicht er Fall.

Piraten wollen Projekte wie Freifunk stützen. Genau solche Projekte sind noch viel mehr betroffen, weil auch die Endleitungen ein shared Medium darstellen, um dessen Kapazität die Anbieter konkurrieren. Der Unterschied zwischen meinem Projekt und dem Freifunknetzen ist nur, das meine Kunden sich nicht mit der Technik auseinandersetzen müssen, sondern das Internet gegen Gebühr bekommen.

ARRRRRR

Nachtrag wegen Balu's Kommentar: Balu's Vorstellungen vom Internet beschreiben das Internet anfang der 1990 Jahre. Das mit dem Maschen im Netz, das stimmt heute nur noch auf der ganz großen Skala. Damit meine ich Internationale Verbindungen und Kontinente.

Im Inland Entwickelt sich das Internet radikalst zu einer Baum Architektur. Die Kostenstruktur welche die Glasfasern erzeugen führt dazu, das Mehrfachanbindungen ungeheuer teuer sind. Wenn irgendwo schon eine Verbind besteht, ist es fast immer billiger einen geografischen Umweg zu routen als eine neue Leitung zu legen. Wenn du mehr als einen Anbieter nutzt, ist Wahrscheinlichkeit riesig, das diese doch wieder die gleichen Wege nutzen. Bei uns in der Region ist vor Jahren eine Brücke erneuert worden, über die ein wichtiges Glasfaserkabel geht. Ergebnis: Blackout beim Umklemmen auf eine provisorische Brücke. Trotz das meine Vorlieferantin ein eigenes AS mit mehreren Lieferanten hat. Hat alles nichts gebracht. Auch meinen Crawler Zugang den ich noch für eine Portal Seite habe, war platt. Rien ne va plus! Bei der Ausgangslage und den ohnehin immer weitere Sinkenden Magen ist auch keiner einer mehr bereit, was in nicht mehr sinnvolle Redundanz zu investieren. Und das betrifft auch nicht nur das digitale Outback. Selbst in München ist ein in der Leistungsbeschreibung redundant angebundenes Rechenzentrum neulich wegen Kabelproblemen offline gewesen. Mal schauen wann meine Aufteilung von Servern zwischen München und Frankfurt auch nicht mehr hilft ...

Meine Karte umfasst weniger als 20km und zeigt eine Verteilung einer typischen Ortsverteilung! Auf dieser Skala verhält sind die Sache genau so wie ich sie hier beschrieben habe. Und die Download Programme die mit solchen Vordrängelverfahren Arbeiten, die habe ich in freier Wildbahn erlebt. Besorge dir einen Steam Account, gehe damit in ein Netz das von vielen genutzt wird, und lade dir ein fettes Spiel runter. Du wirst dich wundern was bei den anderen Teilnehmern in deinem Netz noch geht. Gar nichts mehr. Also besser den Download Zeitgesteuert zu starten, damit Zeit ist sich zu entfernen ...

Kommentare:

Balu hat gesagt…

Du hast weder die Verbindungsstrukturen im Internet, noch den Begriff Netzneutralität verstanden.

Das Internet besteht nicht aus einzelnen direkten Verbindungen zwischen zwei Knotenpunkten, sondern auch Umwegen über andere Verbindungen, usw.

Netzneutralität bedeutet insbesondere auch, dass Anbieter wie die Telekom nicht ihre eigenen Dienste (oder Dienste, von denen sie dafür bezahlt(!) wird) ohne Einschränkung durchleitet, während sie andere Verbindungen drosselt oder gar unterdrückt.

Abgesehen davon arbeiten "Download Agenten" nicht an "anderen Technischen Normen" vorbei, sondern nutzen schlicht die vorhandenen Möglichkeiten in den entsprechenden Protokollen. Wenn ein Anbieter nicht möchte, dass ich mehrere Sessions parallel aufmache, hat er diverse Möglichkeiten, das zu unterbinden.

Kang Yudi hat gesagt…

It's very informative for me, thanks a lot for sharing.
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